Der 10. Internat. Concours d’Elegance AvD-Classic-Gala Schwetzingen bestätigt seinen Weltrang

Rund 20.000 Zuschauer sahen bei gemischtem Wetter die Jubiläumsausgabe des traditionsreichsten deutschen Concours d’Elegance Automobile „AvD-Classic-Gala Schwetzingen 2014“. Unter den mehr als 200 historischen Fahrzeugen der Baujahre 1885 bis 1990, die sich einer 25köpfigen internationalen Expertenjury stellten, um die originalgetreusten Klassiker zu prämieren, waren viele einmalige Preziosen aus der Automobilgeschichte, die erstmals öffentlich zu sehen waren.

 

Ältester Vertreter dieser Gattung war der De Dietrich char-a-bancs, der 1903 von Ettore Bugatti mit 13 Litern Hubraum für das erste internationale Rennen von Paris nach Madrid gebaut wurde. Zu den erstmals Gezeigten gehört auch der Gesamt-sieger Best of Show Classic Gala Schwetzingen 2014, der Mercedes 540 K, den sich der Schauspieler Gustav Fröhlich 1938 bei der Berliner Karosseriefabrik Erdmann und Rossi bauen ließ – ein Einzelstück, das sein Besitzer nach mehr als fünfjähriger Restaurierung erstmals der Weltöffentlichkeit präsentierte.

 

Andreas Grimm (Württembergische), Miss Baden-Württemberg, Andreas Falz Direktor der

Schlösser und Gärten Baden-Württemberg und Best of Show-Preisträger Horst Lautenschläger

mit seinen Trophaen.

 

Größter Favorit der Jury war aber auch der 1956 gebaute Maserati A6CS Zagato aus Aluminium, der bei seiner Weltpremiere passend zum hundertjährigen Jubiläum der Marke den Großen Preis der Classic Gala Schwetzingen bekam. 

Maserati A6GS Zagato-Coupé 1956 von Klaus Busch mit der Jury.

 

Ebenso beeindruckte Publikum und Jury der hinreißend schöne Alfa Romeo 1750 Aprile Roadster aus dem Jahr 1931, der eigens aus Italien gebracht wurde. 

Unter der Ägide der württembergischen Versicherung reiste ein Maybach Zeppelin aus dem Jahr 1931 aus dem norddeutschen Oldenburg auf eigener Achse in das badische Schwetzingen, um sich dort mit einem 8-Liter Pullman und einem Maybach Zeppelin Cabriolet Spohn zu treffen. Ebenfalls erstmals bei einem Concours zu sehen war der zweifarbige BMW 502 als schweizer Cabriolet Worblaufen.

Aus der Sonderschau der Jaguar-Heritage stach der dunkelblaue Prototyp des SS 90 von 1934 alle Mitbewerber aus, dessen Besitzer Christian Jenny aus der Schweiz wie schon im kalifornischen Pebble Beach den ersten Preis in seiner Kategorie mit nach Hause nehmen konnte. In der schon 2001 in Schwetzingen erfundenen Klasse H der gänzlich unrestaurierten Originalfahrzeuge, trat der älteste bekannte Alfa Romeo RL unter anderen gegen einen Opel 2-Liter Pullman schwedischer Provenienz und einen eleganten Mercedes 540 K mit britischem Freestone & Webb-Aufbau als Saloon an.

Rund 20.000 Zuschauer genossen am Samstag bei strahlendem Sonnenschein und am Sonntag nach durchregneter Nacht bei trockenem Wetter im einzigartigen kreisrunden Barockgarten die klassischen Automobile von 1885 bis 1990, begleitet von live Jazz der „Strangers“ aus Frankfurt, die bei allen zehn Concours als „Hausband“ den stimmigen musikalischen Rahmen bilden.  

Die Konstrukteure Mladen Mitrovic (Kodiak F1, 1984) und Eberhard Schulz (Isdera) präsentierten sich mit ihren Fahrzeugen und staunten über den Tazio EB 110 ebenso wie über den perfekten Eigenbau Beradino GT von Johann Paulussen aus Neuss. Am Samstag beehrte ein Defilée von 25 Rolls Royce und Bentley den Schwetzinger Schlossgarten, Sonderschauen war den Themen 100 Jahre Maserati, 50 Jahre Ford Mustang und 50 Jahre Lamborghini gewidmet.

AvD-Classic Gala Schwetzingen hat als unabhängige Veranstaltung eines Teams von Enthusiasten unter der Leitung des Frankfurters Johannes Hübner nach zwei Jahren Pause wieder an ihre alte Hochform angeschlossen. Hübner war es 2001 erstmals gelungen, den Schlossgarten von Schwetzingen für die Präsentation der Klassiker aufzuschließen und das kurpfälzische Schloss unter den großen internationalen Concours d’Élégances wie Pebble Beach, Villa d’Este, Bagatelle und anderen so zu etablieren, dass man im Zusammenhang mit Schwetzingen inzwischen nicht nur von Spargel und dem Schloss, sondern auch von den weltbesten Oldtimern spricht. Die Zukunft dieser einzigartigen Veranstaltung ist durch mehrjährige Vereinbarungen mit dem Automobilclub von Deutschland (AvD) und der Württembergischen Versicherung gesichert – schon jetzt planen die Veranstalter das erste September-Wochenende 2015, für das schon wieder viele renommierte Teilnehmer aus ganz Europa zugesagt haben.